MHYTHOS STAR WARS

"ES WAR EINMAL VOR LANGER ZEIT IN EINER WEIT, WEIT ENTFERNTEN GALAXIS...."

Mit Star Wars startete 1977 ein Film, dem im Vorfeld wenig Chancen eingeräumt wurden, jemals seine Herstellungskosten einspielen zu können. Lucas hatte zwar mit American Graffiti bewiesen, dass er an den Kinokassen Erfolge feiern konnte, trotzdem überwog die Skepsis, insbesondere was die technische Machbarkeit anging. Science-Fiction wirkte bis dahin, von Meisterwerken wie 2001: Odyssee im Weltraum abgesehen, fast immer unecht, die Kostüme zu metallisch, die technische Umgebung zu steril und erkennbar unfunktionell.

Im Gegensatz zu den traditionellen vorhergehenden Science-Fiction-Filmen wurde die Star-Wars-Welt anfangs als schmutzig und verrußt statt glatt und futuristisch dargestellt. In Interviews beschreibt Lucas die Idee, die neuen Requisiten mit Schmutz zu versehen, um sie somit verwittert aussehen zu lassen. Ein Konzept, das sich auf die Idee einer „gebrauchten Zukunft“ („used universe“) bezieht. Er kann von Sergio Leone inspiriert worden sein, dessen 1960er Filme eine ähnliche Funktion für das Western-Genre ausübten.

Lucas war sich bewusst, dass, wenn der Film glaubwürdig sein wollte, dies nur mit neuester Tricktechnik und glaubwürdiger, erkennbarer Umwelt möglich sein würde. Er gründete also eine eigene Firma für Spezialeffekte, Industrial Light and Magic (ILM) und machte die Vorgabe, sich mit dem Design an bestehenden Geräten, Gebäuden, Textilien, Waffen und Transportmitteln zu orientieren. Da bei den Dreharbeiten zu den alten 3 Star-Wars-Filmen niemand ernsthaft an einen Erfolg glauben wollte, war George Lucas in seinem Budget sehr beschränkt und musste bei der Wahl der Drehorte, aber auch der Requisiten, auf existierende Mittel zurückgreifen. So wurden viele Teile in London und Tunesien gedreht, wo die Drehorte in Matmata oder im Chott el Djerid auch heute noch besichtigt werden können. Der Erfolg des Films war durchschlagend – bei den Einspielergebnissen ebenso wie in der Art, wie er sich schlagartig im Bewusstsein der Öffentlichkeit festsetzte. Steven Spielbergs Der weiße Hai hatte bereits 1975 einen überraschenden Erfolg gefeiert und brachte zusammen mit Star Wars den Ausdruck „Blockbuster“ hervor. Denn nachdem der Film in den USA noch nicht einmal in 40 Kinos anlief, aber eine gewaltige Resonanz hervorrief, bildeten sich lange Schlangen vor den Kinos, die in Großstädten sogar um ganze Häuserblocks herumreichten. Viele der Kinobesucher erzählten, dass die Faszination des Films so groß war, dass sie sich nach der Vorstellung sofort wieder hinten an der Schlange anstellten, um ihn noch einmal zu sehen. In einigen Städten übernachteten die Menschen sogar auf der Straße, um wenigstens am nächsten Tag eine Vorstellung besuchen zu können. Der „Spiegel“ zitierte eine New Yorkerin, die nach eigenen Angaben damals den Film 27 Mal ansah.

Durch den bahnbrechenden Erfolg war Lucas in der Lage mit Das Imperium schlägt zurück (1980) und Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) zwei Nachfolger zu produzieren. Danach wurde es stiller um Star Wars. Er hatte sich bewusst für Eine neue Hoffnung als ersten Film entschieden, da ihm die Tricktechnik nicht weit genug entwickelt war für das, was er produzieren wollte. Schon die Filmtricks der ersten drei Filme empfand er teilweise als nicht zufriedenstellend. Da er die Filme auf eigene Kosten produzierte, fürchtete er eine Kostenexplosion bei der Nutzung einer verbesserten konventionellen Tricktechnik. Erst mit dem Siegeszug der Computertechnik wurde es dann möglich, die fehlenden ersten drei Episoden zu drehen. Mittlerweile sind alle sechs Teile veröffentlicht.

MUSIK

Die Filmmusik zu allen sechs Star-Wars-Filmen wurde von John Williams komponiert. Lucas Absichten für Star Wars verwickelte ein großartiger Musikklang mit Leitmotiven zu unterschiedlichen Charakteren und wichtigen Objekten, eine zum Beispiel in Opern oft verwendete und wirkungsvolle Technik, die sich vor allem bei Richard Wagner findet. Die Musik, die Williams komponierte, war oft sehr an die Originalstücke angelehnt. Williams Soundtrack für den ersten Star-Wars-Film Krieg der Sterne (inzwischen umbenannt zu Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung) von 1977 setzte einen neuen Standard für weitere Science-Fiction-Filme, die in erster Linie von seiner Inspiration aus einer Palette romantischen Sinfonien zurückgriffen, anstatt eine völlig neue Musik zu schaffen. Bei der Auswahl eines klassischen Ansatzes folgte Williams selbst dem Film 2001: Odyssee im Weltraum, einer Bandaufnahme von Richard Wagners Opern und einer Zusammenstellung von George Lucas ausgesuchten Musikstücken.

LEGENDE

Jeder Star-Wars-Film beginnt mit dem Text „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis….“. Damit wollte Lucas auf die klassische Märcheneröffnung „Es war einmal in einem fernen Land…“ anspielen.