Warnung
Auf den folgenden Webseiten werden Tatumstände beschrieben und Abbildungen gezeigt, die auf bestimmte Personen erschreckend und abstossend wirken können !
Falls Sie zu diesen Personenkreis gehören, sollten Sie die Seiten nicht aufrufen.

Weiterhin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass mit diesen Seiten, die Täter und deren Verbechen nicht gloryfiziert oder verharmlost werden sollen. Vielmehr sollte man in Serientätern das sehen was sie sind: meist eher langweilig, charakterlos und jämmerlich. Oftmals sind es „Ich hab es doch nicht gewollt"-Figuren, die heute vor die Augen der Kameras geraten und für die flotte Schreiber noch immer gern das Wort „blutrünstig" verwenden, sie zu „Rippern" und „Schlitzern" stilisieren, als wären Mörder die finsteren Anti-Helden einer sonst lichten Gesellschaft.

Aber weder Mörder sind so, noch ist die Wirklichkeit so, in der sie agieren.

Mitgefühl und Anteilnahme gelten ausschließlich den Opfern und den zahlreichen Menschen, die tagtäglich ihre ganze Energie aufbringen um solche Taten aufzuklären oder noch besser, zu verhindern!

Einführung

Der unnatürliche gewaltsame Tod ist seit Tausenden von Jahren der unvermeidliche Begleiter der Menschheit.
Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart töten Menschen in Kriegen, bei der Vernichtung ganzer Völkergruppen oder aus persönlichen Beweggründen. Dabei fällt besonders der Massenmörder auf, der eine große Anzahl von Menschen tötet. Zu der Gruppe der Massenmörder gehört u.a.

- der Attentäter, der öffentliche Verkehrsmittel oder Gebäude mit Bomben sprengt
- der Amokläufer, der innerhalb von einigen Minuten oder wenigen Stunden mehrere Menschen tötet
- der Schreibtischtäter, der die Ermordung tausender Menschen plant oder befiehlt
- sowie der Kriegsverbrecher, der die Menschen auf unterschiedlichste Weise tötet
- der Serienmörder, der meist in zeitlich immer kürzer werdenden Abständen gleichartige Morde begeht

Serienmörder üben auf den Menschen eine unheimliche Faszination aus.
Seit Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts interessieren sich auch immer mehr Schriftsteller und Filmstudios für sie. Fast schon Klassiker sind Filme wie "Das Schweigen der Lämmer" , "Sieben" oder "Blutmond".
Die Opfer dieser Täter allerdings geraten schnell in Vergessenheit. Besonders Prostituierte sind oft die Ziele der Serienmörder und werden dann, aufgrund ihrer geringen Anerkennung in der Gesellschaft, als Opfer zweiter Klasse behandelt. Das kann durchaus so weit gehen, dass die Öffentlichkeit von diesen Mordfällen kaum Notiz nimmt, die Presse wenig berichtet und die Polizeibehörden gar nicht oder nur oberflächlich ermitteln!
Nicht vergessen darf man die ermittelnden Polizisten, Psychologen, Gerichtsmediziner und andere involvierte Experten, die tagtäglich mit den perversesten Auswüchsen dieser Täter konfrontiert werden. Einige von ihnen sind im entferntesten Sinne auch Opfer der Täter.
Sie ertragen die hohe psychische und physische Belastung nicht, ihre Ehen scheitern, sie werden depressiv, selbstmordgefährdet und sie verfallen dem Alkohol oder nehmen sonstige Drogen.
Andere wiederum quittieren den Dienst oder ermitteln - wegen des zunehmenden Erfolgdrucks der Medien, der Öffentlichkeit und der Vorgesetzten - nicht mehr objektiv. So werden Spuren nicht gesichert, Beweise verschwinden, es wird in - eigentlich auffällig offensichlich - falschen Richtungen ermittelt oder unschuldige Personen zu Tätern "gemacht".


Definition Serienmörder

Der Serienmord-Experte Stephan Harbort kommt in seinem Buch "Das Hannibal-Syndrom" der Definition des Serienkillers am nächsten:

Der voll oder vermindert schuldfähige Täter begeht alleinverantwortlich oder gemeinschaftlich mindestens drei vollendete vorsätzliche Tötungsdelikte, die von einem jeweils neuen, feindseligen Tatentschluss gekennzeichnet sind. [sic!]

Sobald der Serienmörder die Schwelle zum ersten Mord überschritten hat, wird er nicht mehr damit aufhören. Es sei denn, er wird gefasst oder stirbt.
Der Serienmörder hat typischerweise eine soziopathologische Persönlichkeit, der es an innerer Selbstkontrolle mangelt. Gewissen und Schuldgefühl, die das Verhalten steuern fehlen, doch verspürt er das Verlangen, andere Menschen zu kontrollieren und zu beherrschen. Er folgt seinem Trieb und will "Spaß" haben.
Noch vor einigen Jahren wurden Serienmörder als ein typisch amerikanisches Problem betrachtet. Doch das war es nie! Serienmörder gab und gibt es weltweit, ob in Europa, Amerika, Asien oder Afrika.


Warum wird ein Mensch zu einem Serienmörder ?

Grundsätzlich kann auf diese Frage keine pauschale Antwort gegeben werden. Zu unterschiedlich sind die Lebensläufe und Motive der Serienmörder. Zum Beispiel wurde nicht jeder Serienmörder in seiner Kindheit missbraucht und nicht jeder Täter tötet aus sexuell motivierten Gründen.
Mit Sicherheit trägt das soziale Umfeld des zukünftigen multiplen Täters in Form von Demütigungen, Drohungen, Gewalt etc. viel dazu bei, dass er sich später einmal zu einem Serienkiller entwickelt.
Bei der Gruppe der geistig verwirrten Tätern sind die Beweggründe schon offensichtlicher. Oft leiden sie unter Psychosen und befinden sich, teilweise schon jahrelang, in psychiatrischer Behandlung. Hierbei muss noch unbedingt erwähnt werden, dass bei Menschen, die unter Schizophrenie leiden, die Bereitschaft zur Gewalttätigkeit verschwindend gering ist!


Die verschiedenen Tätertypen

Der Tätertypus Serienmörder lässt sich aufgrund der subjektiven Motivation in 6 Tätertypen einordnen. Allerdings sind die Grenzen zwischen den einzelnen Tätertypen fließend. Das heißt, ein Täter kann neben einem Hauptmotiv auch noch andere Motive haben (z.B. Lustmörder, Tierquäler, Kannibale und Brandstifter in einer Person).

Der Sexualmörder
Der Seriensexualmörder ist der am häufigsten vorkommende Tätertyp. Seine Handlungen werden immer von einer sexuellen Triebfeder geprägt. Oft hat dieser Tätertyp regelrecht einen siebten Sinn entwickelt, naive, passive und schwache Personen auszumachen. Diese "potenziellen" Opfer sind oft einfach zu manipulieren und lassen sich ausbeuten. Er vergewaltigt, missbraucht und foltert seine Opfer. Von seinen Fantasien getrieben kann es zu Verstümmlungen oder auch Entfernen der Genitalien und anderen Körperteilen kommen. Diese Handlungen werden vor, während oder auch nach der Tötung des Opfers vorgenommen.
Dieser Tätertyp ist in seiner Jugend oft durch Tierquälerei, Grausamkeit gegen anderen Kindern, Brandstiftung und Vandalismus aufgefallen. Auch misslungene sexuelle Kontakte haben ihn frühzeitig frustriert.

Sexualmörder lassen sich in zwei Kategorien einteilen, doch auch hier sind die Grenzen fließend:

Der organisierte Täter ist überdurchschnittlich intelligent; ist sozial voll integriert, d.h. ist er berufstätig und führt ein - überflächlich betrachtet - "normales", unauffälliges Leben. Er hat meistens eine genaue Vorstellung von den späteren Tatablauf und spielt die Tat in seiner Fantasie durch. Gezielt sucht er das Opfer, den Tatort und den Tatzeitpunkt aus.
Am Tatort versucht er keine Spuren zu hinterlassen. Der organisierte Täter versucht von Tat zu Tat seine Vorgehensweise zu perfektionieren. Dieser Tätertyp will die totale Dominanz über sein Opfer und ergötzt sich an deren Schmerzen.
Oft werden die Zeiträume zwischen zwei Taten immer kürzer. Die vom Opfer entwendeten Gegenstände - Trophäen oder auch Souvenirs genannt - und das geistige Durchspielen des Ablaufs der letzten Tat halten nicht mehr lange vor und er begeht das nächsten Verbrechen. Auch berufliche oder persönliche Probleme können hierfür ein Auslöser sein.
Wichtig sind ihm die Berichte über seine Taten in den Medien. Teilweise schickt er Bekennerbriefe an die Presse oder den Polizeibehörden.

Der desorganisierte Täter ist meist durchschnittlich oder wenig intelligent, arbeitslos oder behält seine Jobs nur kurzfristig. Er lebt meist zurückgezogen und hat keine oder kaum sozialen Kontakte.
Da dieser chaotische Täter meist kein Fahrzeug hat und somit nicht mobil ist, findet er seine Opfer zumeist in der Nachbarschaft oder näheren Umgebung. Seine Taten führt er spontan aus und benutzt als Waffe Gegenstände, die am Tatort vorhanden sind. Selten versucht er seine Spuren zu vernichten oder die Opfer zu verstecken.
Die Berichterstattung über seine Taten in den Medien interessiert ihn nicht sonderlich. Viele Täter dieses Typus sind psychisch krank, körperlich teilweise sehr untergewichtig und verwahrlost, da sie den täglichen Grundbedürfnissen wie Essen und Hygiene nicht mehr nachkommen.

Der Raubmörder
Der Serienraubmörder tötet aus reiner Habgier. Um diese zu befriedigen, geht er sprichwörtlich über Leichen. Seine Opfer müssen sterben, weil sie sich eventuell gewehrt haben und ihn später identifizieren könnten.
Dieser Tätertyp hat oft schon eine längere kriminelle Karriere - die in seinem sozialen Umfeld nicht bekannt sein muss - hinter sich. Meistens ist er arbeitslos und hat Probleme, sich sozial anzupassen. Seine Frustrationstoleranz ist niedrig, die Lernfähigkeit gering und er hat so gut wie kein Verantwortungsbewusstsein.

Der Beziehungsmörder
Der Serienbeziehungsmörder tötet, um an das Geld aus Versicherungen (z.B. Lebensversicherung) oder an andere Besitztümer seiner Opfer zu gelangen. Die Opfer sind Personen aus seinen Familien-, Bekannten- oder Freundeskreis.
Ein anderer Tätertyp mordet in der eigene Familie, um aus schwierigen Lebenssituationen herauszukommen oder auch um Beziehungen zu beenden. Er ist nicht in der Lage, Konflikte auf kommunikative Weise zu lösen. Sobald er keinen Ausweg aus seinen Problemen sieht, mordet er. Oftmals ist er innerlich zerrissen, antriebslos und entscheidungsschwach.

Der Gesinnungsmörder
Der Seriengesinnungsmörder tötet aus den unterschiedlichsten Motiven, ohne allerdings aus seinen Taten persönliche Vorteile wie Geld, Sex oder Nervenkitzel zu ziehen. Dabei können religiöse, ideologische oder ethnische Gründe eine Rolle spielen. Dieser Tätertyp ist oft in pflegenden Berufen tätig. Motive der Patiententötung können Stress durch ein schlechtes Arbeitsumfeld, falsches Mitleid oder auch die persönlichen Einstellung zum Leben und Tod sein.
Diese vielseitige Motivlage ist für Außenstehende sehr schwer nachvollziehbar.

Der Bedarfsmörder
Der Serienbedarfsmörder tötet aus egoistischen aktuellen Bedarf. Er nimmt sich, was er braucht: er vergewaltigt, raubt und tötet aus Lust, Rache oder Hass.
Da kein eindeutiger Modus Operandi (Vorgehensweise bei der Tatausführung) vorliegt, es selten Verbindungen sowie keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern gibt, keine wiederholende Motive erkennbar sind und dieser Tätertyp unberechenbar ist, werden die Ermittlungen der Kriminalisten erheblich erschwert.

Der Auftragsmörder
Der Serienauftragsmörder töten aus rein finanziellen Gründen. Er hat keinerlei Interesse an seinen Opfern. In unseren Breitengraden scheint es keine Auftragskiller zu geben; doch dieser Schein trügt. Mit Sicherheit existieren viele potenzielle Täter, die diesen "Job" durchführen würden. Dies gilt besonders dann, wenn wirtschaftliche Krisen entstehen und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit wächst und somit finanzielle Schwierigkeiten auftauchen. Doch im Endeffekt würden viele Menschen - zum Glück - an ihre eigenen Skupel scheitern.
Der wohl - in Deutschland - bekannteste "Hitman" war zweifelsohne Werner Pinzner ("Der St.Pauli Killer").
( Seine "Story" siehe hier ).
In der organisierten Kriminalität werden Mordaufträge innerhalb der professionellen Bandenstrukturen an Untergebene erteilt. Diese töten selten aus finanziellen Interessen sondern meist aus Profilierungsgründen. Sie wollen in der Organisation an Ansehen gewinnen und in der Bandenhierarchie aufsteigen.


Das psychologische Täterprofil

Rückblick und Gegenwart
1956 unterstützte der Psychologe Dr. James Brussel die Polizei bei der Festnahme eines gefährlichen Bombenlegers, der New York 8 Jahre lang mit 32 Anschlägen in Atem gehalten hatte.
Nach einer genauen Analyse der Tatorte bzw. der Auffindesituation, der Bekennerschreiben und der anderen Hinweise, konnte Brussel eine exakte Voraussage - in Form einer Beschreibung des Täters mit dessen physischen und psychischen Merkmalen - erstellen. Doch Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts erhielt die Erstellung von solchen Täterbeschreibungen, das "Profiling", einen gewaltigen Dämpfer. Das erstellte Täterprofil einer Psychologengruppe zu der Identität des "Boston Stranglers" (Würger von Boston) war absolut gegensätzlich zu der des später gefassten, mutmaßlichen Täters Albert DiSalvo.
Anfang der 70er Jahre wurde bei der amerikanischen Bundesbehörde FBI die Abteilung für Verhaltensforschung,
Robert Ressler - John Douglas - Dr.Thomas Müller die "Behavioral Science Unit" (BSU) gegründet. Etwa zu der gleichen Zeit wurde in der damaligen DDR (!) ein psychologisches Täterprofil im Fall des Knabenmörders Erwin Hagedorn erstellt.
Ab 1978 begannen einige Profiler der BSU, unter der Führung von Robert K.Ressler und John Douglas, einsitzende Serienmörder in den Gefängnissen zu besuchen und ausgiebig zu interviewen. Aus den Ergebnissen entwickelten sie einen Interviewbogen mit ca. 200 Fragen.
Diese Fragebögen werden nun von den lokalen Polizeibehörden in Mordfällen ausgefüllt. Das "National Center for the Analysis of violent Crime" (NCAVC) wertet dann die Angaben aus und die Ermittler der BSU erstellen ein Profil des Täters.
Die deutschen Polizeibehörden BKA und LKA arbeiten ebenfalls seit einigen Jahren - recht erfolgreich - mit z.T. in Amerika ausgebildeten Profilern.
Die FBI-Profiler a.D. Ressler und Douglas, der englische Psychologe Paul Britton und der Österreicher Dr. Thomas Müller sind die prominentesten Gesichter bei der Fahndung nach Tätern mittels der Profilerstellung. Sie haben u.a. Bücher und Biographien veröffentlicht und wirken als Berater im Fernsehen oder bei Dreharbeiten von Filmen und Dokumentationen mit.

Die Zukunft
Im Zeitalter der zunehmenden Globalisierung, des Ungleichgewichts der Bevölkerungsschichten (hohe Arbeitslosigkeit und Armut) und daraus resultierenden Spannungen sowie der Verfall von einfachster sozialer Strukturen, der Anonymisierung und Verrohung unserer Gesellschaft wird der Massenmörder vom Typ Serienkiller weiter verstärkt auftreten.
Zurzeit gehen ca. 1 bis 2 % aller Morde in den USA auf das Konto von Serienmördern; in Deutschland sind es unter 1%. Allerdings hat sich durch den Wegfall der Grenzkontrollen (Schengener Abkommen, EU-Osterweiterung) und der Fall des Kommunismus den Bewegungsradius der Täter erheblich vergrößert.
In Zukunft müssen die Polizeibehörden aller Länder in Europa verstärkt zusammenarbeiten, um Serienmorde zu erkennen und um Täter erfolgreich verfolgen zu können. Außerdem muss das "Profiling" - was auch geschieht - weiterhin verfeinert und ausgebaut werden.